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Abenteuer Wildnis:
Camp Trip von der Big Creek Lodge
in die Coast Mountains

Die Big Creek Lodge liegt südlich der kleinen Gemeinde Big Creek, British Columbia, etwa 25 Kilometer nördlich der Coast Mountains. Der überwiegende Teil des Chilcotin-Gebietes, (etwa so groß wie Bayern, aber mit weniger als 25.000 Einwohnern) ist nur entlang der Hauptstrassen bewohnt, sonst kann man es als fast unberührt bezeichnen. Es gibt nur einige wenige Schotterstrassen durch die dichten Wälder, die von den Sägewerken unterhalten, aber auch von den Ranchern benutzt werden. Die Rinderhaltung hat sich in den letzten hundert Jahren nicht wesentlich geändert und Cowboys sind immer noch die wichtigsten Leute auf einer Ranch.

Etwa 10 km südlich der Lodge beginnt der Big Creek Provincial Park und erstreckt sich etwa 40 km bis hinein in die Coast Mountains. Die Big Creek Lodge hat --- wie alle Ranches in Big Creek --- mit zur Gestaltung des Parks beigetragen, um die gewerbliche Nutzung der Urwälder durch Sägewerke Einhalt zu gebieten.

Wegen der lang zurückliegenden Nutzungsrechte kann die Lodge mit ihren Gästen jedoch durch den Park reiten und auch ihre Rinderherde im Sommer auf den fetten Wiesen des Parks grasen lassen.

Seit vielen Jahren besitzt und betreibt die Lodge zudem ein so genanntes Satelliten Camp am Fuß des Anvil Mountain (Amboss Berg) für Cowboy-Arbeiten und Gäste-Aufenthalt. Das Camp, 32 km von jeder Zivilisation entfernt, kann nur durch einen Ritt durch den Park erreicht werden, und besteht aus zwei größeren Cabins, einem Generator-Schuppen, einem großen Corral für die Pferde und eine Sattelkammer.

Das einsame Camp in dieser Wilderns zu erhalten, ist eine der großen Aufgaben der Lodge, denn die Pferdetransporte mit Heu, Lebensmitteln und Schnittholz für Reparaturarbeiten erfordern wegen der unwegsamen Zufahrt starke Zugpferde für den Pferdewagen und gute Packpferde. Dafür belohnt dieses Camp aber den Besucher mit der absoluten Ruhe unberührter, nur durch Wild und Vögeln belebten Natur, einem leise murmelnden Bach und einem tiefblauen, klaren Natursee, dem Sherwood Lake, der aus Gletschern der Coast Mountain gespeist wird.

Wegen der einsamen Lage des Sherwood Lakes und wegen seiner großen, herrlich mundenden Forellen wird er von allen Gästen besonders geschätzt. Es ist schon ein echtes Fischererlebnis schließlich nach langem Kampf den Fisch an Land zu ziehen, um ihn abends am Lagerfeuer zu braten und anschließend zu genießen.

Der Aufbruch zu diesem Camp beginnt nach dem Frühstück in der Big Creek Lodge. Erst werden die Pferde im Corral eingefangen und sorgfältig aufgesattelt, um sie anschließend in einem großen Pferdetransporter zu verladen. Es ist guter Brauch für Pferd und Reiter, die ersten 12 km zu fahren, um für die anschließende Reitstrecke von etwa 20 km durch den dichten Busch, den unberührten Urwald, die Sümpfe und über die steinigen Abschnitte des Trails noch genügend Kraftreserven zu haben.

Die befahrbare Schotterstrasse endet am Eingang zum Fire Creek. Von dort ab eignet sich der wilde Trail gegen Süden nicht mehr zum Befahren mit Fahrzeugen. Die Pferde werden entladen, aufgezäumt und die Packpferde beladen.

Der Trail ist zwar so breit, dass zwei Reiter nebeneinander reiten können und ein von Arbeitspferden gezogener Wagen für die Versorgung des Camps verwendet werden kann, aber durch die sumpfigen und steinigen Abschnitte könnte selbst ein Allradfahrzeug ohne Winde nicht mehr vorwärts kommen.

Ein kleines Schild am Rand des Trails zeigt den Beginn des Parks an und nach dem Durchreiten des Eingangs zur Sommerweide der Big Creek Lodge geht es dem Fire Creek entlang. Schon kurz darauf müssen die gut beschlagenen Pferde eine mit großen, dunklen Lavasteinen übersäte Furt durchqueren und der Trail windet sich danach durch unberührten Urwald bergauf.

Bald öffnet sich dieser und Rusty Meadow erstreckt sich scheinbar endlos gegen Süden. Hier kann man das erste Mal die schneebedeckten Berge mit den schroffen Dreitausendern gut erkennen.

Dichter Wald, der hier sicher seit der letzten Eiszeit den Kampf gegen Feuer, Trockenheit und Kälte führt, umschließt von allen Seiten Rusty Meadow und es ist für jeden Reiter schwierig den Ausgang zum weiterführenden Trail zu finden, ohne nicht schon wenigstens einmal hier geritten zu sein.

Der Trail verläuft jetzt teilweise durch Sumpf, dann wird er wieder sehr steinig und der junge Wald, der sich seit dem letzten großen Waldbrand dort ausbreitet, ist teilweise so dicht, dass ohne den Trail kein Durchkommen mehr möglich wäre.

Nach etwa zwei Stunden erreicht man den kleinen Bach Nadilla und folgt diesem bis zum "Cow Camp". Dieses Camp besteht aus einer einsamen Cabin, die auf einer kleinen Anhöhe steht und als Unterkunft für arbeitende Cowboys im unteren Teil der Fire Creek Range errichtet wurde.

Nach Passieren des Cow Camps windet sich der Trail entlang dem Lacease, einem im Sommer fast immer ausgetrocknetem Bach, der aber während der Schneeschmelze im Frühjahr zu einem kleinem Ungeheuer werden kann. Jetzt rücken die Coast Mountain in fast greifbare Nähe und der ab jetzt oft unsichtbare Trail führt über große Naturwiesen, entlang unberührten Wäldern, überquert dann wieder sumpfige Strecken und schließlich windet er sich durch alten Baumbestand nur noch bergauf zur nächsten steinigen Hochebene.

Floss der zu Beginn des Ritts überquerte Fire Creek bisher unsichtbar in den undurchdringlichen Wäldern westlich des Trails, so taucht sein breites, mit Sumpfgras bewachsenes Bett parallel zum Trail kurz vor dem Camp wieder neben dem Trail auf. An den teilweise verkrüppelten Bäumen erkennt man, dass inzwischen gut 1.500 Meter Höhe erreicht sind. Durch eine Furt des Fire Creeks erreicht man schließlich das ersehnte Camp.

Die Pferde werden entladen, abgesattelt und kommen in den Corral. Erst dann kann sich der Reiter um das eigene Wohl kümmern.

Die enorme Leistung, ein solches Camp in dieser einsamen Lage zu bauen, kann nur der richtig erkennen, der schon einmal selbst die Strecke mit dem Pferd durchritten hat. Wer also ein glitzerndes Hilton erwartet, wird sich vielleicht enttäuscht fühlen. Das Camp wird aber allgemein als eines der besonders gut ausgebauten und landschaftlich schönsten in Britisch Columbia bezeichnet.

Eine größere Cabin mit vollständiger Kochausrüstung, Eisschrank, Tiefkühltruhe und einer kleinen Dusche wird die "Cook Cabin" genannt und gilt auch als Unterkunft für den Guide und 3 Gäste. Dort wird erstmal das mitgebrachte Essen zubereitet, das jedem nach dem langen, anstrengenden Ritt besonders gut schmeckt.

~ Sherwood Lake ~
Die zweite Cabin ist in der typisch kanadischen Bauweise ganz aus Baumstämmen erbaut und hat Doppelstockbetten für 6 Gäste, dazu eine Waschstelle und einem eisernen Holzofen für die kühleren Tage im Frühjahr und Herbst.

Im Camp gibt es außer einer großen, traditionellen Feuerstelle, die in den nächsten Tagen üblicherweise zum allgemeinen abendlichen Aufenthaltsort im Freien erklärt wird, auch elektrische Versorgung durch einen Diesel-Generator.

Die nächsten Tage werden je nach Neigung entweder zum Fischen, Erkunden der Wildnis oder einem Ritt auf den Anvil Mountain genutzt, von dessen Gipfel man weit ins Big Creek Tal hinunter sehen und oft auch die 30 km entfernte Lodge erkennen kann.

Für den Ritt zurück braucht man wieder einen vollen Tag, auch wenn der Ritt insgesamt nur so um die fünf Stunden dauert. Am unteren Fire Creek Ausgang angekommen, ist man wegen des inzwischen "harten" Sattels besonders erfreut, die Pferde wieder im Pferdeanhänger verladen zu können.

Auf der letzten Wegstrecke zur Lodge ist zwar jeder müde, aber auch stolz auf die überstandenen Strapazen und genießt die langsam zurückfallende Wildnis auf dem bequemen Sitzen des Wagens.

© MSWD 2016 for Big Creek Lodge, Canada (BC)